Hexenfest auf der Aggstein

Dieses Wochenende ist das große Mittelaterfest auf der Aggstein, heuer unter dem Thema Hexenkunst und Rittergunst. Ein paar Hexenfreundinnen und ich wollen ein bisschen das Hexenbild der Menschen zurechtrücken, mal schauen wie uns das gelingt.
Das Bild zeigt meine Hexenfreundin Dena Seidl , ihres Zeichens Märchenerzählerin, die auch Führungen für Familien und Schulklassen auf der Aggstein veranstaltet.
Aggstein ist eine wunderschöne, energiereiche Ruine in der Wachau und es ranken sich einige grausige Mythen und Sagen um diesen Ort, vor wenigen Tagen waren "Geisterjäger" auf der Aggstein um die Spukgeschichten zu untersuchen !

Schreckenwalds Rosengärtlein
Auf dem hohen Aggstein unerhalb des Klosters Melk herrschte einst ein furchtbarer Raubritter, der die ganze Gegend unsicher machte. Sein Name war Scheck vom Wald. Hoch auf der steilen Felsenspitze der Aggstein war ein fast unzugänglicher, enger und schmaler Felsvorsprung in der Burg, kaum 10 m lang und 4 m breit. der hatte nur einen Ausgang in einen furchtbaren Abgrund. Wenn nun die Räuber einem Wanderer aufgelauert und ihn gefangen und beraubt hatte, schleppte er ihn hinauf in dieses enge Felsengefängnis, dass mit verruchtem Scherze das Rosengärtlein hieß. Da ließ er dem Unglücklichen die Wahl, ob er verschmachten oder sich in den tiefen, entsetzlichen Abgrund stürzen wollte. Diese Untaten trieb der Räuber lange Zeit, er hieß im Volksmund nur mehr Schreckenswald, bis er einst einen Jüngling fing, der ein kühner und gewandter Springer und Kletterer war. Auch er wurde von dem starken Räuber in den grauenhaften Rosengarten gestoßen und die furchtbare Wahl ihm freigestellt. Mit kundigem Auge maß der Jüngling des Sprunges Tiefe; er sah Bäume unter sich aufragen und sprang in den Schauerschlund. Doch wußte er des Sprunges Richtung so zu nehmen, daß er auf einen Baumwipfel fiel, den er alsbald mit starker Hand erfaßte. Leicht glitt er dann in die Tiefe, wo die Gebeine der vor ihm Hinabgestürzten und Zerschmetterten moderten, und fand glücklich einen rettenden Ausweg. Jetzt tat er die Lage des furchtbaren Raubnestes kund, sammelte eine tapfere Schar, lauerte dem Räuber auf und fing ihn, auf dass er seine wohlverdiente Strafe erhielt.
Der Rosengarten von Aggstein taucht erstmals 1621 in einer literarischen Quelle auf, eine Verbindung zu Jörg Scheck von Wald ist nicht bekannt. Im Mittelalter konnten Rosengarten-Plätze mehrere Bedeutungen haben: Spiel- und Festplätze, aber auch Begräbnisstätte oder ähnliches , heute ist der Platz wohlweislich abgesichert, ein Blick in die Tiefe lässt einem aber noch immer erschaudern
Hadmar III. von Kuenring soll mittels einer eisernen Kette, die über die Donau gespannt wurde, flussabwärts fahrende Schiffe gekapert haben. Als dies Herzog Friederich zu viel wurde, wollte er die Burg stürmen. Diese widerstand aber allen Angriffen. So bediente er sich einer List. Ein Kaufmann namens Rüdiger aus Wien wurde von Hadmar schon mehrmals überfallen. Dieser wurde nach Regensburg entsandt. Dort rüstete er ein starkes Schiff aus. Oben mit wertvoller Fracht, unten mit schwer bewaffneten Soldaten beladen, fuhr es die Donau hinab. Von Schönbühel aus wurde ein Schiff mit reicher Beladung nach Aggstein gemeldet. Das Schiff wurde angehalten. Die reiche Fracht lockte Hadmar selbst zum Schiff. Als er es betrat, wurde er von den Soldaten überwältigt. Daraufhin legte das Schiff gleich ab und fuhr mit dem Gefangenen nach Wien zum Herzog. Die herrenlose Burg wurde bald darauf eingenommen. Der Herzog schenkte Hadmar das Leben und die Freiheit, jedoch wurde er verpflichtet, alles geraubte Gut zurückzugeben und sämtliche Schäden gutzumachen. Wenige Jahre später soll er auf einer Pilgerreise nach
Passau in einem kleinen Dorf an der oberen Donau verstorben sein.

DIE HUNDERITTER
Seit vielen Jahrhunderten sind die Burgen zu Dürnstein und Aggstein zerfallen. Einst hausten dort Ritter mit ihren Knappen, die oft Reisende überfielen, die nicht gleich ihnen gesinnt waren. Man fürchtete sie wie Hunde gefürchtet werden, die Menschen anfallen. Man nannte sie daher auch Hunderitter. Ein solcher besaß Aggstein. Er plünderte auch vorbeifahrende Schiffe und nahm Kaufleute gefangen. Die Seelen der Ritter finden keine Ruhe und ihre Geister treiben noch im zerfallenen Gemäuer der Burgen ihr Unwesen. Man hört sie wie Hunde heulen.
Der Ausdruck "Die Hunde von Kuenring" war ursprünglich kein Schimpfwort, sondern war eine Ehrenbezeichnung für die treue Ergebenheit der Ritter zu ihren Lehnsherrn.
DER ADLER VON AGGSTEIN
Ein mächtiger Adler horstete nächst Aggstein in den Felsen. Er pflegte alltäglich den Rosengarten, der Burg aufzusuchen, um dort vom Fleische der Verhungerten zu fressen oder im tiefen Grunde, unterhalb des Felsens, sich an den Leichen der Zerschmetterten, die den Todessprung zur Erlösung von ihren Leiden gewagt hatten, gütlich zu tun. Als sich eines Tages der Adler wieder im Rosengärtlein niederließ, um seine Mahlzeit zu halten, wurde er von einem gefangenen Ritter mit beiden Armen am Halse umfaßt. Dieser drückte sich an die Brust des mächtigen Vogels, der, aufgescheucht, ihn sicher vom Rosengärtlein hinwegtrug und so rettete. Der Gerettete brachte dem Landesherrn Kunde von den Untaten des Schreckenwald nach Wien. Des Scheck Burg wurde hierauf gebrochen und der Gewalttäter enthauptet.
Adler habe ich während der Probearbeiten nicht gesehen aber ein Falke kreiste unablässlich über der Burg.So das waren einige Sagen über die Aggstein, mal sehen, ob wir es schaffen einen neuen Mythos zu begründen, vielleicht verzaubern ja ein paar Hexen die Besucher des Mittelalterfestes ?